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Victor Laznicka gewinnt das 18.Neckar-Open! - Int. Deizisauer Neckar-Open

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Datum

GRENKE Chess Open: 29.03. - 02.04.2018 in Karlsruhe


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Victor Laznicka gewinnt das 18.Neckar-Open!

Alles war vorbereitet für die Schlacht der Titanen, der beiden Großmeister die den bisherigen Turnierverlauf so dermaßen dominiert haben - Richard Rapport und Victor Laznicka. Rapport kam überraschender Weise etwa 10 Minuten zu spät, rückte gemütlich seine Figuren zurecht. Nur den e2 ließ er aus - der musste sofort in die Schlacht. Ungewöhnlich, Insider hatten bereits spekuliert, ob dieses Los eher dem Bauern b2 oder dem Springer b1 gebühren würde. Aber nein, e2-e4, die Partie fing an. Und war auch bald wieder vorbei. Wieder produzierte Rapport eine Kurzpartie, nur hatte er diesmal das Messer in seine eigene Brust gesetzt.

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Rapport - Laznicka, eine Kurzpartie! Auf die hätte Weiß aber liebend verzichtet.

[pgn autoplayMode=none]

[Date "2014.04.21"]
[Round "8.8"]
[White "Rapport, Richard"]
[Black "Laznicka, Viktor"]
[Result "0-1"]
[PlyCount "46"]
[EventDate "2014.??.??"]
[TimeControl "120+16"]
[WhiteClock "2:00:00"]
[BlackClock "2:00:00"]

1. e4 c6 2. d4 d5 3. exd5 {Rapport schob den Bauern bei der Ausführung dieses
Zuges zunächst den vollen Weg nach e5 und bog erst im letzten Moment nach
links ab und schlug den schwarzen Bauern.} cxd5 4. Bd3 Nc6 5. c3 Nf6 6. Bf4 {
Soso, Caro-Kann Abtausch. Laznicka dachte lange nach, aber spielte das
kämpferische} g6 $1 {Er will auf f5 die Läufer abtauschen und sich das Feld e4
und die g-Linie sichern.} 7. h3 Bf5 8. Bxf5 gxf5 9. Qb3 {Fragwürdig, die Dame
fehlt am Königsflügel.} Qd7 10. Nf3 Rg8 {Die weiße Stellung gefällt mir nicht
mehr. Er greift nichts wirklich an und die kurze Rochade mag man sich hier
auch nicht direkt trauen. Der nächste Zug, sogar mit seinem Lieblingsbauern,
bringt Rapport auch kein Glück.} 11. g3 Nh5 12. Ne5 Nxe5 13. Bxe5 f6 {Weiß
muss bereits die Dame zurückspielen um nicht gleich den Läufer auf f4
abtauschen zu lassen.} 14. Qd1 Ng7 15. Bf4 O-O-O 16. Be3 {Weiß ist total
überspielt. Mit diesem freiwilligen Rückzug versucht Rapport noch so zu tun,
als ob er noch für einen Moment den Vorstoß e5 verhindert, aber Laznicka
interessiert das gar nicht.} e5 17. dxe5 fxe5 18. Bxa7 Qc6 19. Qb3 d4 $1 20.
O-O Ne6 21. Nd2 Bc5 $1 (21... Nf4 22. Qc4 {und Weiß lebt nach dem Damentausch
eher schlecht als recht, aber die Partie ginge noch weiter. Nach Laznickas
Kombination ist es dagegen schnell vorbei.}) 22. cxd4 (22. Bxc5 Nf4 $1) 22...
Nxd4 23. Qe3 Ne2+ 0-1

[/pgn]

 

Nach dieser Partie passierte etwas, was ich noch nie bei einem Schachturnier beobachtet habe. Die beiden Meister hatten das Brett nicht wieder aufgebaut, das tödliche Springerschach auf e2 stand noch lange wie ein Kriegsmahnmal aus längst vergangenen Zeiten aufgebaut. Um den Tisch scharten sich weiterhin viele, viele Zuschauer obwohl keiner mehr am Tisch saß und die Partie vorbei war. Sie betrachteten diese Stellung ehrfürchtig, wie ein Denkmal oder eine Kultstätte, sprachen über das was sie sahen, oder begingen den Anblick in stiller Andacht. Neben dem Brett lagen noch unleserliche Quellen ausgestellt, Laznickas Partieformular etwa, welches er in diesem Turnier mit einem dicken grauen Filzstift auszufüllen pflegt. Mystik pur!

IMAG1315


Typisches Openschach sah man hingegen in der einzigen Partie, die für Laznicka noch einen "Verfolger" produzierte.Andrey Vovk (sie erinnern sich, Remis in Runde 1) gewann gegen Kunin und hievte sich auf 7/8.

 

[pgn autoplayMode=none]

[Date "2014.04.21"]
[Round "8.8"]
[White "Vovk, Andrey"]
[Black "Kunin, Vitaly"]
[Result "1-0"]
[SetUp "1"]
[FEN "3r1rk1/1pR1bqp1/p2p2n1/P2Pp3/1B2N2p/3R2PP/4QPK1/8 w - - 0 35"]
[PlyCount "41"]
[EventDate "2014.??.??"]
[TimeControl "120+18"]
[WhiteClock "1:59:00"]
[BlackClock "2:00:00"]

35. Qf3 {In dieser Stellung entscheidet sich Kunin, unter Hergabe eines
Springers die weiße Bauernstellung aufzureißen.} Nf4+ 36. gxf4 Qg6+ 37. Kh2
Rxf4 {Weiß ist förmlich zum Damenopfer gezwungen, bekommt aber auch gute
Kompensation:} 38. Qxf4 exf4 39. Rxe7 {Wer weiß so genau, wie viel Zeit die
beiden hier noch gehabt haben? Jedenfalls hätte Kunin hier sofort den
aktiveren der weißen Türme abtauschen müssen.} Qh5 $4 (39... Re8 40. Rxe8+ Qxe8
41. Nxd6 Qe2 42. Rd2 Qf1 {mit Gegenspiel wäre notwendig.}) 40. Bc3 $1 Kf8 41.
Re6 (41. Rxb7 {erzwang sofort die Aufgabe, aber mit so viel Materialvorteil
brannte für den Ukrainer auch so nicht mehr viel an.}) 41... Qe2 42. Rd2 Qf3
43. Bb4 Kg8 44. Bxd6 Qb3 45. Ng5 f3 46. Bc5 Qc4 47. Be3 Rf8 48. Rd4 Qf1 49. Rg4
Qd3 50. Bd4 Qf5 51. Re7 Rf6 52. Re8+ Rf8 53. Ne6 Rxe8 54. Rxg7+ Kh8 55. Rf7+
1-0

[/pgn]

 

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Andrey Vovk

In der neunten Runde reichten Laznicka dann drei Züge um sich genau so viele Tausend Euro an Preisgeld für den alleinigen Ersten zu sichern. Wir gratulieren recht herzlich, bereuen aber, dass Sven Noppes nicht daran gedacht hat, etwa einen Montblanc-Kugelschreiber als Zusatzpreis auszuschreiben, der Turniersieger würde einen dringeng gebrauchen können!

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Die Archäologen der fernen Zukunft werden an diesem Schriftstück ganz schön rätseln müssen

Auch ein anderer Tscheche und gleichzeitig ein anderer Richard hatte heute Grund zur Freude. Richard Biolek jr. besiegte mit Schwarz (den etwas indisponierten) Epishin - sieht man auch nicht alle Tage!

[pgn autoplayMode=none]

[Date "2014.04.21"]
[Round "8.8"]
[White "Epishin, Vladimir"]
[Black "Biolek, Richard jr"]
[Result "0-1"]
[SetUp "1"]
[FEN "r1bq4/1p4rk/p2p1n1b/3Pp1pp/PPN1Pp1n/2R2P1P/1B2BNP1/3Q1RK1 w - - 0 24"]
[PlyCount "20"]
[EventDate "2014.??.??"]
[TimeControl "120+31"]
[WhiteClock "0:30:30"]
[BlackClock "2:00:00"]

24. a5 {Epischin hatte laut Turnierdirektor Sven Noppes im Vorfeld zu viel Zeit darauf verschwendet, aus den
Brettnummerschildern Barrieren zu bauen, um unliebsamen Fotografen zu entgehen. Gegen den
schwarzen Vorstoß g5-g4 hat er dagegen keinen Schutzwall errrichtet.} g4 $1 25.
fxg4 {Epischin hatte im Vorfeld zu viel Zeit darauf verschwendet, aus den
Brettnummerschildern Barrieren zu bauen, um Fotos zu entgehen. Gegen den
schwarzen Vorstoß g5-g4 hat er dagegen keinen Schutzwall errrichtet.} hxg4 26.
hxg4 Nxg2 $1 27. Kxg2 Nxg4 28. Nxg4 Bxg4 29. Bxg4 Qh4 30. Rh3 $4 (30. Kf3 {gab
Weiß echte Chancen, sogar auf mehr als Remis.} Qxg4+ 31. Kf2 Qg2+ 32. Ke1 Qxe4+
33. Qe2 {und er kann sich konsoldieren.}) 30... Rxg4+ 31. Kh2 Rag8 32. Qd3 Rg2+
33. Kh1 Qg4 {und Matt.} 0-1

[/pgn]

 

Deutsche Großmeisterfeierlichkeiten müssen dagegen leider auf ein anderes Turnier verschoben werden. Dass es bei Blübaum nicht klappt, wussten wir gestern schon, bei Wagner und Poetsch ist es nach der heutigen Runde hinten auch länger als vorn. Ein freudigs Ereignis können wir aber präsentieren - (auch) durch die Lehren er aus der Cokommentierung beim Webradio gezogen hat, legte Jonas Lampert noch einen super Schlussspurt hin, bei einer Performance von 2510 muss es schon mit dem Teufel persönlich zugehen, wenn die IM-Norm da noch in Gefahr gerät.

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Lampert scheint sein unglaubliches Glück zu ahnen, dass ihm gegen Thore Perske (links) den Sieg bringen wird.

Herzlichen Glückwunsch, it's a beautiful day!